Arbeiten Frauen und Männer unter ihrem Wert? Zum Einfluss dualer und schulischer Ausbildungsberufe auf ausbildungsinadäquate Erwerbstätigkeit in Deutschland [D]
Anja HallDas Bildungs- und Beschäftigungssystem in Deutschland ist eng miteinander verknüpft, die Arbeitsmärkte sind stark nach Berufen segmentiert und von Berufen geht eine hohe Bedeutung und soziale Bindekraft aus. Frauen erlernen nicht nur mehrheitlich andere Berufe als Männer, sie qualifizieren sich auch häufiger im schulischen Teil des Berufsausbildungssystems und haben daher im Vergleich zu Männern unterschiedliche Bildungsressourcen. Über die langfristigen Verbleibs- und Verwertungschancen von Frauen und Männern im Bereich der nichtakademischen beruflichen Bildung in Abhängigkeit vom erlernten Beruf ist relativ wenig bekannt. Auf Basis einer Repräsentativbefragung von Erwerbstätigen in Deutschland wird im Folgenden die Frage untersucht, ob Frauen mit Berufsausbildung ihre Bildungsressourcen in gleichem Maß in eine ihrem Ausbildungsniveau adäquate berufliche Position transferieren können wie Männer. Untersucht werden dabei sowohl Unterschiede zwischen den Ausbildungsinstitutionen als auch Unterschiede zwischen Ausbildungsberufen.
Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, 36 (1), 2010, 131-159